27.11.2008
ESA-Ergebnisse brauchen nationalen Unterbau und neue Visionen.
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BERLIN: Zu den Ergebnissen der ESA-Ministerratskonferenz in Den Haag erklärte die Technologiepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach:Die Ergebnisse der Ministerratskonferenz sind in Zeiten großer Finanzprobleme recht ordentlich. Dem gegenüber steht allerdings die Ideen- und Konzeptionslosigkeit der nationalen Raumfahrt. Das Scheitern der Mondmission hat ein Vakuum hinterlassen, das mit neuen Ideen für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre ausgefüllt werden muss. Hierzu kommen von der Bundesregierung keine Impulse.
Die Bundesregierung bewertet die Ergebnisse der Konferenz vor allem als Erfolg für den Klimaschutz. Hier zeigt sich der Trend, Raumfahrt durch ein klimaschutzpolitisches Mäntelchen zu dekorieren. Wir betreiben aber Raumfahrt auch aus strategischen Interessen und für die Grundlagenforschung. Diese Definition unserer Interessen auf lange Sicht erfolgt nicht. Anders als Frankreich oder Italien, die geringere Raumfahrtetats haben, fehlt Deutschland das strategische Konzept.
Zudem hat die Ratstagung auch Schattenseiten: Diffus bleibt die Zukunft des europäischen Weltraumlabors Columbus. Dessen Betrieb ist zwar finanziell gesichert, aber eine Nachfolge dessen wissenschaftlicher Nutzen allerdings gesteigert werden muss. Den Astronauten verbleibt durch Routinetätigkeiten zu wenig Zeit zur Forschung. Unklar bleibt auch die Nachfolge der Internationalen Raumstation und der Problemkomplex Galileo, der gar nicht auf der Tagsordnung stand, bei dem aber jeder weiß, dass die veranschlagten 3,4 Mrd. € nicht ausreichen werden.
